Judith Schwentners
Plan für Graz:
17 Grüne Meilen

Judith Schwentner am Fahrrad

„Ich bin seit Jänner 2019 Stadträtin in Graz und in ständigem Austausch mit den Menschen, die hier leben. Nur wer zuhört, kann verstehen, was die Grazer*innen bewegt und was sie sich für ihre Stadt wünschen: mehr Grünraum, Orte zum Wohlfühlen, bessere Luft und mehr Platz fürs Radfahren und Zufußgehen. Machbar, sage ich.“

Steckbrief

  • erfahrene Nationalratsabgeordnete
  • leidenschaftliche Hobby-Bäckerin
  • regelmäßige „auf den Schlossberg“-Joggerin
  • stolze Mutter von zwei wundervollen Kindern
  • Stadtradlerin ohne eigenes Auto
  • treue Bauernmarkt-Besucherin

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Grüne Meile Griesgasse Graz

Mein Plan der 17 Grünen Meilen

Jeder einzelne Bezirk soll diese eine besondere Straße bekommen, die Grünoase und Treffpunkt in einem ist. Mit vielen Bäumen, Bänken, Wasser und WLAN. Für die Kinder zum Spielen, für die Älteren zum Rasten, für manche zum Arbeiten, für andere zum Entspannen. Geplant von spezialisierten Expert*innen, sollen 17 Grüne Meilen genau dort entstehen, wo die Menschen in den Bezirken sie am meisten brauchen.

Interview:
"Ich lasse mich
nicht aufhalten"

Grüne Meile Griesgasse Graz

17 Grünen Meilen für Graz: Was hat Sie zu diesem Projekt inspiriert?

Wenn ich mit den Menschen in Graz rede, dann zieht sich ein Thema wie ein roter Faden durch die Gespräche: die Sehnsucht nach mehr Platz und Grün in der Stadt. Dazu kommt oft Sorge über die planlose Verbauung und das zunehmende Fällen alter Bäume. Mein Plan der 17 Grünen Meilen für Graz ist eine erste Antwort darauf.

Sie wollen ja in jedem Bezirk eine Grüne Meile realisieren. Wie und wo genau soll das passieren?

Auf jeden Fall müssen die Bezirksräte in die Entscheidung, wo eine Grüne Meile umgesetzt werden kann, eingebunden werden. Es braucht ja auch die Bereitschaft der Menschen, die vor Ort wohnen und die Berücksichtigung planerischer Aspekte wie Fußgänger*innen-Frequenz, Mobilitätsverhalten, Erdgeschoßbespielung oder Leitungsverlauf. Einige Grazer Bezirke haben dazu schon Beschlüsse gefasst. Wir entwickeln derzeit ein Modulsystem, das es ermöglicht, jedem Bezirk seine ganz persönliche Grüne Meile quasi auf den Leib zu schneidern.

Portrait Judith Schwentner

„Ich lasse mich jedenfalls nicht aufhalten, weil ich weiß, dass die Menschen sich eine lebenswerte Stadt zurückwünschen.“

Umweltstadträtin
Judith Schwentner

War der Klimaschutz gleichzeitig auch Ideengeber für dieses Projekt?

Selbstverständlich. Die wachsende Hitze ist ein belastender Faktor für die Menschen in der Stadt. Es sollte möglich sein, sich auch in den Sommermonaten im Freien aufzuhalten, ohne dass man dafür einen Gastgarten besuchen muss. Wien ist mit den „Coolen Straßen“ von Birgit Hebein eine gute Vorlage für unser Vorhaben.

Rechnen Sie mit Widerstand bei den Kolleg*innen der anderen Grazer Parteien?

Sagen wir so: Vom Bürgermeister abwärts fehlen einfach Mut und Wille, solche Projekte anzugehen. Manchmal fühle ich mich verkehrspolitisch in die Steinzeit zurückversetzt. Dabei sind das nur kleine Schritte, die wir gehen müssen. Wenn wir in jedem Bezirk eine Grüne Meile in der Länge von nur 1,6 Kilometern umsetzen würden, dann sind das umgerechnet immer noch lediglich 2,3 Prozent des gesamten Grazer Straßennetzes. Ich lasse mich jedenfalls nicht aufhalten, weil ich weiß, dass die Menschen sich eine lebenswerte Stadt zurückwünschen. Je mehr wir uns bemerkbar machen und äußern, desto eher wird sich was bewegen.